Ideen und Thesen zum Stadtschloss

1. Entscheidungsträger

Ideen und Thesen zum Stadtschloss

 

Wir ärgern uns seit langem über die teilweise nur durch sehr magere Argumente gestützte Diskussion zum Thema Stadtschloss.Wir wollen daher mit einigen Ideen und Thesen neue Ansatzpunkte zur Diskussion liefern.Wir werden diese in den nächsten Wochen immer weiter ergänzen.Hier nun der erste Teil:

 

1. Entscheidungsträger

 

Wie uns z.B. Dr. Joachim Kuke, ein Vorstandsmitglied des Vereins Potsdamer Stadtschloss e.V., mitteilte, hält er den damaligen Abriss für barbarisch.Anhand dieser Aussage lässt sich sehr gut die sehr flache Argumentation an dieser Stelle erkennen.

Man argumentiert, die Entscheidungsträger wären barbarisch in ihrem Vorhaben gewesen die Schlossreste zu sprengen.

Dieses Denken greift viel zu kurz. Ohne eine Wertung für oder gegen den Abriss abzugeben bleibt doch festzuhalten, dass eine Beurteilung der Handlungsweise Einzelner ohne Nennung der Hintergründe nicht annehmbar ist.

Man muss sich folgende Fragen stellen:

 

Wer waren diese Entscheidungsträger?

Wie war ihre Lebensgeschichte und ihre Entwicklung?

Was hat diese Personen geprägt?

Wieso fällen sie einen solchen Entschluss?

 

Hier kommen wir zu folgendem Schluss:

 

Die DDR konnte nur durch die Geschehnisse der Jahre vor 1945 entstehen.

Warum wurde Potsdam bombardiert?Nach Hans-Werner Mihans Darstellung sollten die britischen Bomber insbesondere den Verkehrsknoten Potsdam lahm legen. Denn vom Hauptbahnhof aus wurden Soldaten und Flak-Helfer an die Oderfront zum Kampf gegen die Rote Armee geworfen.

 

Zitat Mihan: "Die historische Altstadt und die Garnisonkirche waren so gesehen ein Kollateralschaden"

 

Nun sei jedem selbst die Bewertung der Bombardierung überlassen. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass es viele Menschen gab, die einen Neuanfang wollten und etwas anderes ausprobieren. Menschen, die geprägt waren von Terror und Mord. Menschen, die daher vielleicht kein Verständnis hatten für die Erhaltung preußischer Kulturdenkmäler und Herrschaftszeichen.

Dass diese Menschen eine Entscheidung treffen, dass Stadtschloss zu sprengen statt es wieder aufzubauen, kann man aus architekturhistorischer Sicht verurteilen.

Diese Menschen für ihre Lebensgeschichte zu kritisieren und trotz des Gedenken an den 2. Weltkrieg den Abriss als barbarisch zu bezeichnen ist nicht akzeptabel. Diese Kritik ist anmaßend und zutiefst intolerant.

 

Fazit:

 

Man kann den Abriss der Überreste des Stadtschlosses kritisieren, aus der Sicht der heutigen Zeit und aus architekturhistorischer Sicht. Kritik an den Beweggründen der Entscheidungsträger und deren Motivation ist unserer Meinung nach allerdings kaum begründet und wird insbesondere mit dem Wort „barbarisch“ den Umständen nicht gerecht!